Seine Königliche Hoheit Prinz Friso

Soeben hat der Leiter des Ärzteteams, das Seine Königliche Hoheit Prinz Friso im Landeskrankenhaus Innsbruck behandelt, die Medien über die Diagnose und die Prognose zum Gesundheitszustand des Prinzen unterrichtet. Nachstehend der Text der Erklärung (einzelne Abweichungen vom Wortlaut der mündlichen Erklärung sind möglich):

Prinz Friso ist am 17. Februar bei ca. 14:00 Uhr vom Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik eingeliefert worden. Der Patient war zuvor in Lech von einer Lawine verschüttet worden. Die Verschüttungszeit wurde mit etwa 25 Minuten angegeben. In der Universitätsklinik Innsbruck wurde der Patient nach der Erstversorgung im Schockraum sofort in die Traumatologische Intensivstation gebracht. Diese Einrichtung ist darauf spezialisiert schwerstverletzte Lawinenpatienten mit größtem medizinischen und technischen Aufwand zu behandeln. Leiter dieser Einrichtung ist Dr. Wolfgang Koller.

Unsere Station wurde bereits vor Eintreffen des Patienten informiert und wir konnten alles für seine Ankunft vorbereiten. Prinz Friso ist unter Reanimationsbedingungen in die Klinik eingeliefert worden. Durch die lange Zeit unter dem Schnee war sein Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folge war ein Herzstillstand, der etwa 50 Minuten andauerte. In diesem gesamten Zeitraum musste der Patient reanimiert werden. 50 Minuten Reanimation ist sehr lange. Man kann auch sagen zu lange.

Unsere Hoffnung war, dass die leichte Unterkühlung des Patienten das Gehirn ausreichend vor allzu großen Schäden geschützt hat. Diese Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Seit Freitag hat ein Team von Spezialisten um das Leben von Prinz Friso gekämpft. Gestern war zum ersten Mal eine MRT-Untersuchung möglich, ohne den Patienten zu gefährden. Seit dieser Untersuchung und den letzten neurologischen Tests gestern Abend ist klar, dass der Sauerstoffmangel massive Schäden im Gehirn des Patienten verursacht hat. Es kann derzeit nicht gesagt werden, ob er jemals wieder das Bewusstsein erlangen wird. Auf jeden Fall wird die Rehabilitation Monate, wenn nicht Jahre dauern. Die Familie von Prinz Friso wird jetzt als erstes eine geeignete Rehabilitationseinrichtung suchen.