Stellt die Veröffentlichung eines Links zu auf einer anderen Website veröffentlichten privaten Fotos von Mitgliedern des Königshauses eine Verletzung der Privatsphäre dar?

Wenn die Veröffentlichung eines privaten Fotos eine Verletzung der Privatsphäre eines Mitglieds des Königshauses darstellt, wird mit der Verlinkung dieses Fotos über eine andere Website ebenfalls die Privatsphäre verletzt. Die Veröffentlichung eines Links zu einem solchen Privatfoto ist in dieser Hinsicht also gleichbedeutend mit der Veröffentlichung des Fotos selbst.

Mitglieder des Königshauses müssen, wie jeder andere auch, darauf vertrauen dürfen, dass sie sich im privaten Umfeld frei und unbeobachtet bewegen können. Zu diesem Schluss kam das Bezirksgericht Amsterdam am 29. März 2006, nachdem Fotos von Kronprinz Willem-Alexander, Prinzessin Máxima und ihrer ältesten Tochter, aufgenommen während ihres Urlaubs in Porto Ercole, veröffentlicht worden waren. Am 6. Februar 2008 entschied dasselbe Gericht anlässlich der Veröffentlichung von Fotos von Prinzessin Máxima mit ihren beiden ältesten Töchtern am Strand von Wassenaar, dass »die Kläger als Personen des öffentlichen Lebens zwar die Aufmerksamkeit der Medien dulden müssen, aber deshalb nicht vogelfrei sind«. In seiner Entscheidung  vom 28. August 2009 befand das Gericht im Prozess gegen die Veröffentlichung von Fotos aus dem Skiurlaub der Familie von Prinz Willem-Alexander in Argentinien, dass es nicht nur darum geht, was auf den Fotos zu sehen ist oder wie sie entstanden sind, sondern auch darum, dass es den betreffenden Mitgliedern des Königshauses nicht zuzumuten ist, dass sie »ständig damit rechnen müssen«, dass private Fotos von ihnen veröffentlicht werden. Im übrigen stellte das Gericht in dieser Rechtssache auch fest, dass »die Ermöglichung der Veröffentlichung privater Fotos durch Weitergabe an Abnehmer (z. B. von Fotopresseagenturen) der Veröffentlichung der Fotos selbst gleichzusetzen ist.«

In allen Fällen wurde geurteilt, dass die Veröffentlichung eines Privatfotos von einem Mitglied des Königshauses nur dann rechtlich zulässig sein kann, wenn sie einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über ein Thema von allgemeinem Interesse leistet.