Was ist der Medienkodex?

Jeder Einwohner der Niederlande hat Anspruch auf Schutz seiner Privatsphäre. Das gilt insbesondere für Kinder, bei denen es schneller zu Verletzungen der Privatsphäre kommt als bei Erwachsenen. Der Anspruch auf Schutz der persönlichen Lebenssphäre ist in internationalen Übereinkommen verankert, beispielsweise im UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes und in der Europäischen Menschenrechtskonvention. Darüber hinaus existiert eine umfangreiche Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und der niederländischen Gerichtsbarkeit.

Der Medienkodex enthält Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Lebenssphäre der Mitglieder des Königshauses. Im Gegenzug bietet er den Medien die Möglichkeit, zu festgelegten Terminen bei privaten Anlässen Aufnahmen von Mitgliedern des Königshauses zu machen. Dank des Medienkodex bleiben die Kinder und die anderen Mitglieder des Königshauses außerhalb dieser Termine von den Medien unbehelligt. Diese Regelung basiert auf der Rechtsprechung zum Schutz der Privatsphäre und stellt keine Einschränkung der Pressefreiheit dar. 

Der Medienkodex ist allerdings nicht bindend. Das Informationsamt der niederländischen Regierung (RVD) kann sich dazu äußern, ob ein Foto eine Verletzung der Privatsphäre darstellt, aber die Medien entscheiden selbst, ob sie es veröffentlichen oder nicht. Gegebenenfalls muss letztlich ein Gericht entscheiden, ob die Veröffentlichung eines Fotos die Privatsphäre verletzt und unrechtmäßig ist. Medien, die die persönliche Lebenssphäre der Mitglieder des Königshauses respektieren, werden zu privaten Fototerminen, beispielsweise während des Urlaubs der königlichen Familie, eingeladen. Wer dagegen die Privatsphäre verletzt, kann von weiteren Fototerminen ausgeschlossen werden.

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