Ansprache Seiner Majestät des Königs beim Abendessen auf Schloss Wilkinghege, Münster

Sehr verehrte Frau Ministerpräsidentin,

sehr verehrter Herr Ministerpräsident,

meine Damen und Herren!

Für meine Frau und mich ist es eine große Freude, hier im schönen Schloss Wilkinghege bei Ihnen zu Gast zu sein. Heute Abend führen wir nicht nur zwei Bundesländer mit den Niederlanden zusammen, sondern wir verbinden auch zwei Bundesländer miteinander.

Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Niederlande - drei Nachbarn.

Da wir uns geographisch so nahe sind, übersehen wir oft die Besonderheit unserer Beziehung. Es ist wichtig, einander immer wieder neu zu entdecken. Darum sind wir hier.

Unsere Arbeitsbesuche heute und morgen tragen der Intensität und der Vielseitigkeit unserer Beziehungen Rechnung. Das Programm ist unkonventionell. Wir wollen tief in die Materie eintauchen. Und wir sind dankbar dafür, dass so viele ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns teilen wollen.

Die Themen, über die wir sprechen, spielen im Alltag der Menschen auf beiden Seiten der Grenze eine wichtige Rolle. Es geht um Chancen für junge und ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Um eine gute Ausbildung. Um Wachstumsmöglichkeiten für Unternehmen. Um ein attraktives Wohnumfeld für alle. Um eine zuverlässige und möglichst saubere Energieversorgung. All diese Themen sind von entscheidender Bedeutung, und auf all diesen Gebieten - und noch vielen mehr - arbeiten wir zusammen.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr unsere drei Länder einander ergänzen, wobei jedes Land seine eigenen Stärken einbringt. So ist Niedersachsen führend im Bereich der erneuerbaren Energien, Nordrhein-Westfalen ist ein Industrieland ohnegleichen, und die Niederlande glänzen auf dem Gebiet der Verbindungen und Netzwerke.

Zusammen bilden wir ein Ganzes, das größer ist als die Summe seiner Teile.

Obwohl bereits so viele Kontakte bestehen, gibt es noch viel ungenutztes Potential. Es ist wichtig, dass wir unsere Neugier aufeinander nicht verlieren. Und dass wir uns weiterhin in das Wissen, die Erfahrungen und den kulturellen Reichtum auf der anderen Seite der Grenze vertiefen.

Was das angeht, möchte ich der jungen Generation in Deutschland gern ein Kompliment aussprechen. Es gibt - sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ gesehen - mehr Deutsche, die Niederlandistik studieren, als Niederländer, die sich für das Studienfach Germanistik entscheiden.

Ich hoffe, dass unser Besuch dazu beitragen wird, neue Verbindungen zu knüpfen. Und das Bewusstsein zu schärfen, dass wir einander als gleichgesinnte und innovative Partner in Europa dringend brauchen. Nicht nur mit Blick auf Wohlstand und Beschäftigung. Sondern auch, um gemeinsam kreative Lösungen für die großen Aufgaben zu erarbeiten, vor denen wir heute und in Zukunft stehen.

Es geht nichts über gute Nachbarschaft. Die Niederlande schätzen sich glücklich, im Osten gleichzweiso ausgezeichnete Nachbarn zu haben.

Das enge und herzliche Verhältnis zwischen unseren drei Ländern feiern wir heute Abend hier im Schloss Wilkinghege. In Münster. Jener Stadt, in der 1648 - mit dem Westfälischen Frieden - die Souveränität der Republik der Vereinigten Niederlande besiegelt wurde.

Frau Ministerpräsidentin, Herr Ministerpräsident, lassen Sie uns gemeinsam das Glas erheben: auf unsere Freundschaft und auf unsere Zusammenarbeit!