Ansprache Seiner Majestät des Königs beim Mittagessen, gegeben vom Bürgermeister und Senatspräsidenten der Freien Hansestadt Bremen, Carsten Sieling

Herr Bürgermeister, Frau Sieling!

Vielen Dank für Ihre herzlichen Worte. Meine Frau und ich fühlen uns in der Freien Hansestadt Bremen sehr willkommen. 

Dieses schöne Rathaus zeugt von der eindrucksvollen Geschichte Ihrer Stadt. Wir Niederländer fühlen uns eng mit dieser Geschichte verbunden. Die Hansestädte in Nordosteuropa haben schon vor 600 Jahren bewiesen, dass Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg Wohlstand bringt. 
Eine Idee, die heute mancherorts einen schweren Stand zu haben scheint, die aber nichts von ihrer Bedeutung verloren hat!

Unser Besuch ist eine Reverenz an alles, was uns verbindet. Unsere historische Handelsbeziehung. Unser Glaube an Freiheit und Zusammenarbeit. Und unsere Verbundenheit mit dem Meer, die so prägend ist für Ihre und unsere Identität.

Es ist nicht immer leicht, diese Verbindung zur See offen zu halten. Für die Holländer hieß das: baggern, baggern und nochmals baggern. 
Bremen löste das Problem einfacher und erwarb kurzerhand ein neues Stück Land an der Küste. So geht es natürlich auch! Wir freuen uns auf unseren Besuch in Bremerhaven heute Nachmittag.

Unsere Beziehungen reichen weit in die Vergangenheit zurück. Was Bremen für uns aber so besonders macht, ist unsere Zusammenarbeit heute.

Es ist faszinierend, was unsere Forscher, Designer und Unternehmer gemeinsam leisten. Einige schöne Beispiele stehen heute im Blickpunkt.
Es sind nicht die geringsten Interessen, für die wir uns gemeinsam einsetzen. Man kann sogar sagen, dass wir zusammen einen Beitrag zur Sicherung der Zukunft unseres Planeten leisten.

Wir tun dies auf unterschiedliche Art und Weise. Wir erforschen den Klimawandel und seine Folgen. Wir sammeln Daten, die uns dabei helfen können, Natur und Umwelt besser zu schützen. Aber wir ermöglichen auch ganz praktisch den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung.

Unser Arbeitsfeld reicht von den tiefsten Ozeanen bis zu den höchsten Schichten der Atmosphäre. Die Niederlande hegen großen Respekt für die Expertise, die in der Freien Hansestadt Bremen konzentriert ist, und wir sind stolz auf unsere ausgezeichneten Beziehungen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam noch mehr erreichen können.

Heute Vormittag waren wir bei Airbus. Dort standen Raumfahrttechnologie und Satellitendaten im Mittelpunkt.

Heute Nachmittag besuchen wir das Fraunhofer IWES, eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Windenergie. 

Die Entwicklung der Offshore-Windenergieerzeugung geht rasend schnell, und alle Augen sind auf die Nordsee gerichtet. Dort findet man sechzig Prozent der weltweit installierten Kapazität! Dass wir es so weit gebracht haben, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass wir unsere Kräfte bündeln. 

Aber wir sind noch nicht am Ziel. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Technologie noch effektiver und wettbewerbsfähiger wird.

Wir haben dem Meer so viel zu verdanken, und uns ist sehr bewusst, wie empfindlich die maritimen und polaren Ökosysteme sind. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, alles zu tun, um sie zu schützen. Denn damit schützen wir auch uns selbst! Darüber sprechen wir heute Abend im Alfred-Wegener-Institut weiter.

Meine Damen und Herren, elfhundert Niederländer wohnen und arbeiten in Bremen und Bremerhaven. Sie fühlen sich hier zu Hause und sind stolz darauf, zum Gemeinwohl beitragen zu dürfen.
Der Roland ist längst auch für sie ein geschätztes Symbol für Freiheit und Unternehmergeist geworden.

Sie, Herr Bürgermeister, setzen sich dafür ein, dass alle Einwohner Ihrer Stadt – Männer wie Frauen – die Chance haben, hier ihren Beitrag zu leisten und das Beste aus sich herauszuholen.

Die Niederlande möchten die starken Bande gern noch weiter festigen! Vielleicht können wir schon in ein paar Jahren in etwas mehr als vier Stunden mit der Wunderline  von Rotterdam nach Bremen reisen. Wir werden aber auch vorher schon immer wieder den Weg zueinander finden!

Darf ich Sie nun bitten, mit mir das Glas zu erheben?

Auf die Zusammenarbeit zwischen der Freien Hansestadt Bremen und dem Königreich der Niederlande!