Geschichte der Monarchie

Unter Ludwig Napoleon waren die Niederlande zum ersten Mal ein Königreich, das Königreich Holland. Es sollte nur vier Jahre lang (1806–1810) bestehen.

1813 gewannen die Niederlande ihre Unabhängigkeit zurück. Damals kehrte der Sohn des letzten Statthalters, Wilhelm Friedrich, aus dem Exil zurück und wurde zum Souveränen Fürsten ausgerufen. Die erste Verfassung der Monarchie datiert von 1814.

König Wilhelm I.

1815 besiegelte der Wiener Kongress die Wiedervereinigung der Nördlichen und der Südlichen Niederlande. Wilhelm Friedrich rief sich selbst – als Wilhelm I. – zum König des neuen Königreichs der Niederlande aus. Die Südlichen Niederlande spalteten sich 1830 vom Königreich ab; 1839 erkannten die Niederlande im Londoner Vertrag das neue Königreich Belgien an.

König Wilhelm III.

Bis 1839 war auch Luxemburg Bestandteil des Königreichs der Niederlande. Danach war es als Großherzogtum in Personalunion mit den Niederlanden verbunden; der König war zugleich Großherzog von Luxemburg. Mit dem Tod König Wilhelms III. im Jahr 1890 endete die Personalunion, da seine Tochter Wilhelmina ihm als Frau in Luxemburg nicht nachfolgen konnte. Das Oberhaupt der anderen Linie des Hauses Nassau folgte Wilhelm III. als Großherzog von Luxemburg nach.

Entkolonisierung

Zum Königreich der Niederlande gehörten auch noch einige überseeische Gebiete: Niederländisch-Indien, Surinam und die Niederländischen Antillen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Entkolonisierungsprozess. Königin Juliana unterzeichnete 1949 die Urkunde, mit der Niederländisch-Indien die Souveränität übertragen wurde. Die Niederlande erkannten Indonesien als souveränen Staat an. Nur Westneuguinea gehörte noch bis 1962 zum Königreich der Niederlande. Das Gebiet wurde 1963 von den Vereinten Nationen an Indonesien übertragen.

Königreichsstatut

Am 15. Dezember 1954 unterzeichnete Königin Juliana das Statut für das Königreich der Niederlande. Seither wird jeweils am 15. Dezember der Königreichstag gefeiert. Surinam und die Niederländischen Antillen erhielten mit dem Statut den Status eines Landes innerhalb des Königreichsverbundes und damit Autonomie in inneren Angelegenheiten. Surinam wurde 1975 eine unabhängige Republik.

Karibischer Teil des Königreichs

Aruba, eine der sechs Inseln der damaligen Niederländischen Antillen, erhielt 1986 einen Sonderstatus als Land innerhalb des Königreichs. Am 10. Oktober 2010 wurde das Land Niederländische Antillen aufgelöst. Seitdem sind Curaçao und Sint Maarten in gleicher Weise wie Aruba autonome Länder innerhalb des Reichsverbundes. Bonaire, Sint Eustatius und Saba wurden zu niederländischen Gemeinden mit Sonderstatus erklärt und sind als solche Bestandteil der Niederlande.