König Wilhelm I. (1772–1843)

Wilhelm I. ist der erste König des Königreichs der Niederlande.

Wilhelm I.

Wilhelm Friedrich Prinz von Oranien-Nassau wird am 24. August 1772 als ältester Sohn von Prinz Wilhelm V. und Prinzessin Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen in Den Haag geboren. Er heiratet am 1. Oktober 1791 in Berlin seine Cousine Prinzessin Friederike Luise Wilhelmine von Preußen. Nach ihrem Tod ehelicht er am 17. Februar 1841 Gräfin Henriëtte d’Oultremont de Wégimont.

Wilhelm I. erhält 1802 von Napoleon Bonaparte die deutschen Fürstentümer Fulda und Corvey als Entschädigung für den Verlust der niederländischen Territorien nach deren Eroberung durch Frankreich im Jahr 1795. Bereits 1806 werden Wilhelm diese Fürstentümer von Napoleon wieder genommen, als er an der Seite Preußens in einen neuen Krieg gegen Frankreich eintritt. Danach zieht er sich auf seine schlesischen Besitzungen zurück.

Als 1813 der Niedergang Napoleons einsetzt, hält sich der Prinz von Oranien in England auf. Im November jenes Jahres kehrt er auf Bitten der Oranientreuen in die Niederlande zurück, wo er von der Bevölkerung begeistert empfangen wird. Am 2. Dezember 1813 wird er zum Souveränen Fürsten der Vereinigten Niederlande ausgerufen. Am 30. März 1814 wird er in der Nieuwe Kerk in Amsterdam feierlich in dieses Amt eingesetzt.

Am 16. März 1815 nimmt Wilhelm die Königswürde an und wird am 21. September 1815 in Brüssel als König des neuen Vereinigten Königreichs der Niederlande inthronisiert. Im selben Jahr noch wird König Wilhelm I. außerdem Großherzog von Luxemburg und 1839, nach der endgültigen Loslösung Belgiens vom Königreich, Herzog von Limburg. Am 7. Oktober 1840 dankt Wilhelm ab und führt fortan den Titel König Wilhelm Friedrich, Graf von Nassau. Sein Sohn, Wilhelm II., folgt ihm im selben Jahr nach. Wilhelm I. stirbt am 12. Dezember 1843 im Niederländischen Palais in Berlin.