Regentschaft

Wenn der designierte Thronfolger zum Zeitpunkt der Abdankung oder des Todes seines Vorgängers noch minderjährig oder noch ungeboren ist oder wenn es gar keinen Thronfolger gibt, übt ein Regent vorübergehend das Königsamt aus.

""
Bild: RVD
Königin Emma, 1929.

Der Regent führt die Regierungsgeschäfte im Namen des konstitutionellen Staatsoberhaupts, bis dieses das 18. Lebensjahr vollendet hat. Ein Regent wird per Gesetz benannt. Das Parlament beschließt hierüber in einer Vollversammlung beider Kammern.

Wenn der König nicht mehr fähig ist, sein Amt auszuüben, oder das Amt vorübergehend niedergelegt hat, nimmt nach der Verfassung der designierte Thronfolger die Regentschaft wahr, sofern er das 18. Lebensjahr vollendet hat. Falls und solange weder ein Thronfolger noch ein Regent verfügbar ist, wird das Königsamt kommissarisch vom Staatsrat ausgeübt, bis ein neuer König oder Regent eingesetzt ist.

In der Geschichte der niederländischen Monarchie wurde das Königsamt erst dreimal von einem Regenten wahrgenommen. 1890 übernahm Königin Emma kurz vor dem Tod ihres Gemahls, König Wilhelm III., die Regentschaft, die sie acht Jahre lang fortführte, bis ihre Tochter Wilhelmina die Volljährigkeit erreichte. Als Königin Wilhelmina ihr Amt 1947 und 1948 wegen Ermüdung zeitweise ruhen ließ, fungierte ihre Tochter Prinzessin Juliana als Regentin. Der Staatsrat hat das Königsamt bisher erst zweimal kommissarisch wahrgenommen, nämlich als König Wilhelm III. 1889 und 1890 krankheitshalber für regierungsunfähig erklärt wurde.