Geschichte

Der Königstag reicht in seinen Urprüngen bis ins Jahr 1885 zurück.

Wilhelmina

Am 31. August 1885, dem fünften Geburtstag von Kronprinzessin Wilhelmina, wurde zum ersten Mal Prinsessedag (Prinzessinnentag) gefeiert. Dies war der Vorläufer des späteren Koninginnedag (Königinnentag). Die Initiative hierzu kam von den Liberalen, die mit dem Fest die nationale Einheit stärken wollten. Nach dem Tod König Wilhelms III. am 23. November 1890 ging die Krone auf Wilhelmina über, und ihre Mutter, Königin Emma, übernahm die Regentschaft. Im Jahre 1891 wurde der erste richtige Königinnentag gefeiert. Königin Wilhelmina selbst und ihre Familie nahmen nicht an den Feierlichkeiten teil. Da der Königinnentag damals zugleich der letzte Tag der Schulferien war, entwickelte er sich schon bald zu einem Festtag für Kinder. Am 31. August 1902 wurde er dann zu einem echten Volksfest: die Bevölkerung feierte nicht nur Wilhelminas Geburtstag, sondern auch die Nachricht von ihrer Genesung nach schwerer Krankheit.

Juliana

Im September 1948 wurde Wilhelminas Tochter Juliana Königin. Wie ihre Mutter feierte auch sie Königinnentag an ihrem Geburtstag, dem 30. April – zum ersten Mal 1949. Zahlreiche Bürger ehrten die Königin und ihre Familie mit einem kilometerlangen Defilee entlang der Freitreppe von Schloss Soestdijk mit Blumen und Geschenken. Dieses Blumendefilee wurde ab Mitte der fünfziger Jahre im Fernsehen übertragen. Unter Königin Juliana wurde der Königinnentag zu einem offiziellen Feiertag erklärt. So entwickelte er sich nach und nach zu einem Nationalfeiertag, der im Zeichen der Zusammengehörigkeit steht.

Beatrix

Als Beatrix den Thron bestieg, gab sie bekannt, dass der Königinnentag zu Ehren ihrer Mutter weiterhin am 30. April gefeiert werden solle. Außerdem entschied sie, dass die Bürger nicht zu ihr kommen sollten, sondern dass sie stattdessen zu den Bürgern gehen werde. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Königlichen Familie besuchte sie seither am Königinnentag die Feierlichkeiten an einem oder zwei Orten im Land. Eine praktische Überlegung bei der Entscheidung, den Termin beim 30. April zu belassen und nicht auf den 31. Januar, Beatrix’ eigentlichen Geburtstag, vorzuverlegen, war die, dass die Festveranstaltungen am Königinnentag überwiegend unter freiem Himmel stattfinden und die Witterungsverhältnisse Ende April hierfür in aller Regel günstiger sind.